Bilanzpruefung
26. März 2021

Außerbilanzielle Korrekturen wirken sich nicht auf den Gewinn aus

Zur Ermittlung von abziehbaren, betrieblichen Schuldzinsabzug gilt der Gewinn als maßgebend, der als Unterschiedsbetrag zwischen dem Betriebsvermögen am Schluss des Wirtschaftsjahres und dem Betriebsvermögen am Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres, vermehrt um den Wert der Entnahmen und vermindert um den Wert der Einlagen, errechnet wurde. Außerbilanzielle Korrekturen werden nicht berücksichtigt. Das hat zur Folge, dass eine steuerfreie Investitionszulage im Gewinn verbleibt und somit das Entnahmepotenzial erhöht. Auf der anderen Seite mindern nicht abziehbare Betriebsausgaben den Gewinn und damit das Entnahmepotenzial.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 3.12.2019 unter Bezugnahme auf die Erörterungen mit den obersten Finanzbehörden der Länder verfügt, dass außerbilanzielle Korrekturen bei der Ermittlung des Gewinns außer Ansatz bleiben. Darunter fallen u. a. auch:

  • nicht abzugsfähige Gewerbesteuer samt Nebenleistung,
  • verteilte Betriebsausgaben,
  • abgezogene oder hinzugerechnete Investitionsabzugsbeträge,
  • die Verteilung des Übergangsgewinns aus dem Wechsel der Gewinnermittlungsart.

Das Urteil des BFH ist grundsätzlich in allen offenen Fällen anzuwenden. Steuerpflichtige können allerdings auf Antrag verlangen, dass außerbilanzielle Hinzurechnungen letztmals für Wirtschaftsjahre berücksichtigt werden, die vor dem 1.1.2021 begonnen haben. Ein solcher Antrag ist bei einer Mitunternehmerschaft von allen Mitunternehmern zu stellen. Werden in bereits durchgeführte Berechnungen die Gewinne und Verluste unverändert fortgeschrieben und bleibt hierfür die Änderung hinsichtlich der außerbilanziellen Kürzungen und Hinzurechnungen unberücksichtigt, wird dies aus Vereinfachungsgründen nicht beanstandet.

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