Mann im Auto
05. März 2021

Mobilitätsprämie für geringverdienende Fernpendler

Die Entfernungspauschale für Berufspendler ist seit dem 1.1.2021 auf 0,35 € ab dem 21. Entfernungskilometer erhöht worden. Für Geringverdiener wurde zusätzlich eine neue Mobilitätsprämie eingeführt, da sie aufgrund des geringeren zu versteuernden Einkommens nicht vom höheren Werbungskostenabzug der neuen Entfernungspauschale profitieren.

Die Prämie soll ihnen ebendiese Steuerersparnis bieten. Voraussetzung dafür ist, dass das zu versteuerndes Einkommen des Fernpendlers unterhalb des Grundfreibetrags (zzt. 9.744 €) liegt und der Arbeitnehmer-Pauschbetrag (zzt. 1.000 €) durch die erhöhten Entfernungspauschalen zusammen mit den übrigen Werbungskosten, die im Zusammenhang mit den Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit entstehen, überschritten wird.

Die Mobilitätsprämie, die auf Antrag gewährt wird, beträgt 14 % und errechnet sich aus der erhöhten Entfernungspauschale und der Summe aus den Wegen zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Bei der Berechnung finden weitere Faktoren, wie die Entfernungspauschale, die Höhe des zu versteuernden Einkommens, die Höhe des Grundfreibetrags und die Höhe des Arbeitnehmerpauschbetrags Berücksichtigung.

Beispiel: Ein Arbeitnehmer fährt in 2021 an 190 Tagen zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Die Entfernung beträgt 50 km. Die übrigen Werbungskosten betragen 600 € und das zu versteuernden Einkommen beträgt 7.500 €.

Berechnung der Werbungskosten Betrag
190 Arbeitstage * 20 km * 0,30 € (für die ersten 20 km) 1.140 €
190 Arbeitstage * 30 km * 0,35 € (ab dem 21. km) 1.995 €
übrige Werbungskosten 600 €
Summe 3.735 €

Die Voraussetzungen zum Erhalt der Mobilitätsprämie sind erfüllt. Das zu versteuernde Einkommen von 7.500 € unterschreitet den Grundfreibetrag von 9.744 € um 2.244 € und der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 € wird um 2.735 € überschritten. Von diesem Betrag entfallen 1.995 € auf die erhöhte Entfernungspauschale. Damit liegt diese innerhalb des Betrags, um den das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag unterschreitet (2.244 €). Als Bemessungsgrundlage für die Mobilitätsprämie können also 1.995 € angesetzt werden. Die Mobilitätsprämie beträgt 14 % von 1.995 € = 279,30 €.

Die Mobilitätsprämie wird im Rahmen einer Einkommensteuerveranlagung festgesetzt und muss mindestens 10 € betragen. Die festgesetzte Prämie gilt als Steuervergütung, da sie die festgesetzte Einkommensteuer mindert. Besteht das Einkommen ganz oder teilweise aus Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit, die dem Steuerabzug unterliegen, gilt der Antrag auf Mobilitätsprämie gleichzeitig als Antrag auf Einkommensteuerveranlagung.

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